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Warum Fasten nicht unbedingt gesund ist

Fasten kann kurzfristig positive Effekte haben,

aber langfristig zu Problemen führen


Beim Fasten kommt es zu kurzzeitigen positiven Effekten, zumindest solange der Körper noch dazu in der Lage ist, zu regulieren.



Was vielen Menschen nicht bewusst ist: Sobald bereits nur eine Mahlzeit ausfällt und der Blutzuckerspiegel sinkt, werden Stresshormone ausgeschüttet. Dazu zählen Adrenalin, Noradrenalin, Cortisol und Dopamin. Wenn der Mensch gesund ist und eine Mahlzeit fällt aus und diese Hormone werden ausgeschüttet, dann verschwindet nach kurzer Zeit das Hungergefühl und auch andere Effekte können sich einstellen: Es wird Fett verbrannt, um daraus Glucose für das Gehirn herzustellen, man kann sich durch die Stresshormone wacher fühlen.

Dopamin macht auch ein Wohlgefühl und Cortisol hat im richtigen Mass einen antientzündlichen Effekt. Da die meisten Menschen z.B. beim intermittierenden Fasten das Frühstück weglassen (wo sie ansonsten häufig pro entzündliche Lebensmittel zu sich nehmen), entsteht oft zumindest vorerst ein doppelter angenehmer Effekt. Manche Menschen berichten auch, dass ihnen nichts kneift und weh tut im Bauch und die Verdauung sich verbessert, was aber nicht zwingend auf das Fasten zurückzuführen ist, sondern das Weglassen pro-entzündlicher Lebensmittel. Natürlich meldet sich der Bauch seltener mit Schmerzen, wenn er leer ist. Nur: Nicht essen ist nicht die Lösung.


Rebound Phänomen

Wenn das jedoch ein Dauerzustand wird, dann führt es zu einer Erschöpfung der Nebennieren und auch andere Organe können durch zu viel Stresshormone und Sympathikus Aktivierung belastet werden. Das heißt, auch wenn es viele Studien gibt, die kurzzeitige positive Effekte zeigen (es gibt keine belastbaren Langzeitdaten!), kann es auf längere Sicht zu einem Rebound Phänomen kommen. Wenn kein Essen zugeführt wird, wird im Gehirn und im Körper eine Art von Panik erzeugt. Welche dann in der Lage ist, alte epigenetische Programme zu aktivieren, da wir fast alle Vorfahren haben, die Hungersnöte mitgemacht haben. Mit der Folge, dass das Gehirn den Stoffwechsel herunter reguliert und später bei der wieder Verfügbarkeit von Kalorien beginnt Vorräte anzulegen um gegen die nächste Hunger-Situation gewappnet zu sein.

 

Kohlenhydrate sind wichtig

Das Gehirn verbraucht etwa 150 g Glukose pro Tag und wird den Körper dazu zwingen, diese herzustellen! Wenn wir nicht bzw. kaum Kohlenhydrate essen, dann wird das Gehirn die Leber dazu zwingen, diese Glukose herzustellen. Entweder unter Selbstverdauung, in dem der Körper anfängt die Muskulatur abzubauen oder aus bestimmten Aminosäuren, also Eiweißbausteinen, Glukose herzustellen. Das Paradoxe ist, wenn wir weniger Kohlenhydrate essen, müssen wir mehr Proteine essen, damit die Leber mehr Glukose für das Gehirn herstellen kann, welches im Übrigen die beim Fasten entstehenden Ketokörper gar nicht mag.


Einer der Ketokörper ist Aceton

Vielleicht wissen sie es, mit Aceton haben wir früher Farbe von Tischen entfernt oder aus Pinseln. Darüber hinaus sind alle Ketokörper Säuren. Auch eine proteinreiche Kost, die meistens auch eine fetthaltige Kost mit sich zieht, ist eine Übersäuerungskost, da Proteine aus Aminosäuren bestehen und Fette aus Fettsäuren bestehen. Wir brauchen zwar alle Makronährstoffe, Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße, aber eben alles im richtigen Mass und noch wichtiger: In der richtigen Qualität!


Pflanzenbasierte Vollwertkost

Es gibt Untersuchungen, die eine pflanzenbasierte Vollwertkost mit Fastenkuren vergleichen. Dabei schneidet die pflanzenbasierte Kost bei den positiven Effekten genauso gut ab wie Fastenkuren, aber es gibt eben nicht diese negativen Effekte. Wie Sie vielleicht schon aus dem oberen Text gelesen haben, die Erklärung mit dem Gehirn, dass es den Stoffwechsel herunterschraubt, ist letztendlich auch die Antwort darauf, warum Diäten nicht funktionieren und es einen Jo-Jo Effekt gibt. Viele Menschen, die regelmässig Fastenkuren machen, über Jahre, neigen mit zunehmenden Jahren zu einem «Rettungsring». (Jetzt könnten Sie anmerken: nicht nur die! Aber eben auch die...)

 

Qualität und Ursprung

Viel wichtiger noch als die jeweilige Menge, ist die Qualität und der Ursprung dieser Lebensmittel und wie viele Mikronährstoffe enthalten sind. Die meisten Mikronährstoffe (Tausende) liefert uns eine pflanzenbasierte Kost und nur eine Handvoll kommt aus tierischer Kost. Mit bestimmten Nahrungsmittelkombination ist es ziemlich leicht, auf eine vollwertige pflanzenbasierte Kost zu kommen.


Fazit

Je öfter man seinen Körper in eine Hungersnot versetzt, umso eher wird er sich gegen die Nächste wappnen und Vorräte in Form von Fettpolstern einlagern, sobald man nach dem Fasten wieder zur normalen Kost zurückkehrt. Ab diesem Zeitpunkt wird es schwierig diesen Prozess zu beenden bzw. den Körper davon zu überzeugen, dass er nun dauerhaft richtig versorgt wird.

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